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01.03.2026

Bezahlbares Wohnen durch innovative Wohnformen in Münster:

Mobilheim und Modulbauten

Der Wohnraumbedarf in Münster und Umgebung ist hoch. Insbesondere junge Familien sowie ältere Menschen stehen zunehmend vor der Situation, dass der Erwerb oder Bau einer Immobilie finanziell nicht realisierbar ist. Gleichzeitig fehlen bezahlbare, auch altersgerechte Wohnformen in kompakter Größe (möglichst barrierefrei auf einer Ebene).

Wir, die Wählergemeinschaft “klar!”, schlagen vor: Alternative Wohnmöglichkeiten in Form von Mobilheimen (auch: “mobile homes”) oder Gebäuden in Container- bzw. Modulbauweise können hier einen wertvollen Beitrag leisten. Mobilheime sind transportierbare Wohngebäude, die dauerhaft als regulärer Wohnsitz genutzt werden können. Ergänzend dazu stellen wir uns eine geordnete Mobilheimsiedlung (sog. “Trailerpark”) vor. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Camping oder Ferienanlagen, sondern um ganz normales Wohnen mit festem Wohnsitz. So kann eine ernst zu nehmende Bedarfslücke geschlossen werden, ohne das Ortsbild stark zu verändern oder große Flächen dauerhaft zu versiegeln.

Was heißt das konkret?

Eine Mobilheimsiedlung ermöglicht ruhiges, dauerhaftes Wohnen mit klaren Regeln und festen Ansprechpartnern. Es dient nicht der Kurzzeitvermietung oder Freizeitnutzung. Als echte Wohnalternative ist eine eigene Adresse durch die Zuordnung von Straßennamen und Hausnummer zu den Parzellen zu schaffen. Damit muss der Standort als Hauptwohnsitz und auch als einziger Wohnsitz vom Einwohnermeldeamt akzeptiert werden.

Für wen ist das gedacht?

Als Zielgruppe sehen wir vor allem Familien und ältere Menschen, die barrierearm wohnen möchten. Aber auch für Einzelpersonen und Paare sowie Menschen, die aus beruflichen Gründen flexibel wohnen müssen, bietet sich diese Wohnform an. 

Warum ist das sinnvoll? 

Ein Mobilheim ist deutlich günstiger als ein klassischer Hausbau. Dabei wird weniger Fläche verbraucht, es ist schneller umsetzbar und ergänzt das bestehende Wohnangebot. Zugleich ist diese Bauart ressourcenschonender als konventionelle Bauweisen. Ein Großteil der Materialien ist recyclebar. Mobilheime ermöglichen eine flexible Nutzung durch bedarfsgerechtes Vergrößern mit Hinzunahme eines weiteren Mobilheims oder Moduls, durch Verkleinern oder bei Umzug, indem das komplette Mobilheim mitgenommen werden kann.

Wie kann eine Mobilheimsiedlung gestaltet werden?

Die Grundstücke bleiben im Eigentum der Gemeinde Münster. Die Nutzung erfolgt über Pachtverträge. Es gibt parzellierte Flächen mit klarer Zuordnung. Eine verbindliche Platzordnung regelt die Gestaltung und Nutzung der Parzellen und sorgt für ein geordnetes Miteinander. Damit bleiben Belegung, Nutzung und Weiterentwicklung in kommunaler Hand. Regelungen zur Gestaltung und Nutzung der Parzellen oder auch zur Tierhaltung müssen enthalten sein. 

Die dauerhafte Nutzung muss über Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss je Stellplatz gesichert sein – auch ein Gasanschluss ist für Mobilheime üblich, alternativ auch die Möglichkeit zur Nutzung von Wärmepumpen. Erforderlich ist eine zentrale Müllsammelstelle mit Mülltrennung. Wege müssen in angemessenem Umfang beleuchtet werden. Zufahrtswege und Stellflächen müssen geplant und angelegt sein. Es sollten ausreichend Ladestationen für Elektro-PKWs und andere Elektrofahrzeuge eingeplant sein.

Welcher Standort könnte dafür geeignet sein? 

Der Platz für eine potentielle Mobilheimsiedlung benötigt eine gute Verkehrsanbindung, sowohl an den ÖPNV als auch an das Straßennetz. Außerdem muss der Anschluss an das bestehende Strom-, Wasser- und Abwassernetzwerk möglich sein. Eine Mobilheimsiedlung könnte beispielsweise in der potentiellen Erweiterung des Inselviertels umgesetzt werden. Dieses Gebiet ist aktuell im Rahmen der Neuaufstellung des Regionalplans als zukünftig mögliches Wohngebiet in Prüfung. Der in Frage kommende Standort muss im Detail auf seine Eignung geprüft werden. Eine Herausforderung bleibt, wie auch bei einem konservativen Neubaugebiet, die Auslastung der Kläranlage. Diese arbeitet bereits an der Auslastungsgrenze und im Falle weiterer Anschlüsse muss die Kapazität überprüft werden. 

Vorteile für die Gemeinde Münster und die Umwelt

    1. Die Ermöglichung mobiler Wohnformen zeigt: Münster ist eine innovative Gemeinde, die als Leuchtturm vorangeht. 
    2. Somit wird bezahlbarer Wohnraum für Familien, Einzelpersonen und ältere Menschen geschaffen. Dies stellt eine Ergänzung des bestehenden Wohnungsangebots mit geringer Flächenversiegelung dar.
    3. Die Gestaltung liegt durch das kommunale Eigentum in den Händen der Gemeinde. 
    4. Die Gemeinde erzielt langfristige Einnahmen durch Pacht.
    5. Den Menschen bietet diese Wohnform eine soziale Stabilität durch dauerhafte Nutzung. 
    6. Die CO2-Bilanz, der Energieaufwand und die Umweltverschmutzung sind bei einem Mobilheim oder bei einem Gebäude in Container- bzw. Modulbauweise (selbst in Wohnraumgröße) weitaus positiver zu bewerten als bei einem Gebäude aus Beton, Stahl und Steinen.
    7. Mobilheime oder Gebäude in Container- bzw. Modulbauweise sind am Ende ihres Lebenszyklus zum beträchtlichen Teil recyclebar.

 

Wie geht es weiter?

Bestehende Wohnbauflächen könnten kurzfristig für Mobilheime oder Modulbauten genutzt werden. Bei neuen Baugebieten sollte diese Wohnform von Anfang an im Bebauungsplan eingeplant werden.

Die rechtlichen Voraussetzungen sind in beiden Fällen mit Bauamt, Bauaufsicht und Einwohnermeldeamt zu klären. 

Unser Ziel:

Bezahlbarer, überschaubarer Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen – fair, ordentlich und gut in Münster eingebunden.