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02.02.2026

Jugendzentrum: feste Lösung statt Containerbau

Jugendarbeit braucht Innovation, Mut, Kreativität und eine Jugend, die gehört wird

Viele Münsterer Generationen erinnern sich sicher an die Zeit im Münsterer Juz.

Ein Jugendzentrum bietet unserer Jugend eine hervorragende Möglichkeit, aktiv ihre Entwicklung zu fördern und an der Gemeinschaft teilzuhaben.

Welche Möglichkeiten haben Jugendliche momentan in Münster?

Aktuell gibt es das „Offroad“: den bestehenden offenen Jugendtreff, der in einem Container auf dem Abtenauer Platz untergebracht ist. Die Ausstattung ist jedoch sehr “spartanisch”. Dieser Container verfügt nicht über einen Wasseranschluss (oder ausreichende Öffnungszeiten). Kein Wasseranschluss bedeutet: kein Händewaschen, keine Toiletten, keine Möglichkeit, um Geschirr zu reinigen. Außerdem ist der Container räumlich viel zu klein und bietet lediglich Platz für ungefähr 10 Jugendliche. Des Weiteren sind dort, vermutlich durch den nahegelegenen Spielplatz, auch vermehrt Grundschulkinder zugegen. Hier prallen verschiedene Interessen von jüngeren Kindern und Jugendlichen, auf dem Weg zum Erwachsenwerden, aufeinander. Vertrauliche Einzelgespräche mit der Jugendpflegerin sind durch die räumlichen Gegebenheiten auch nicht möglich. Der Standort und die Ausstattung ist daher nicht optimal für ein langfristiges Jugendangebot.

Die Wählergemeinschaft “klar!” setzt sich für ein Jugendzentrum mit passendem Platzangebot und Möglichkeiten für Jugendliche ein. Dabei sollte man das ehemalige Jugendzentrum nicht aus dem Blick verlieren. Dieses Jugendzentrum wurde vor einigen Jahren als „Notunterkunft“ für beide Gemeindekitas, die saniert werden mussten, umfunktioniert. Dies erfolgte mit dem Versprechen aus dem Rathaus, sobald die Arbeiten in den Kitas abgeschlossen seien, würde das Jugendzentrum wieder in Betrieb genommen werden.

Konkret: In 2020 beschloss die Gemeindevertretung aufgrund eines CDU-Antrags, bis Ende 2023 in Münster ein Jugendzentrum zu eröffnen.

Wir alle wissen, dass dies bis heute nicht der Fall ist.

Das Thema war also bereits vor über fünf Jahren auf dem (Rathaus-)Tisch. Mit dem Beschluss folgte ein klarer Arbeitsauftrag zur Prüfung der Möglichkeiten. Passiert ist jedoch im Endergebnis nichts.

Das ehemalige Juz-Gebäude war schon immer aufgrund seiner Lage ein idealer Ort für die Jugend. Es gibt keine direkten Nachbarn, dafür hat es innen und außen ausreichend Platz. Es bietet Raum für kreative Veranstaltungen und Events. Der Garten ermöglicht einen Rückzugsort und kann für gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt werden.

Ziel sollte es sein, ein selbstverwaltetes Jugendzentrum zu etablieren. Das geht natürlich nicht ohne den Einsatz von qualifiziertem Personal, das die Jugendlichen unterstützt und anleitet. Die Jugendlichen sind in Planung und Betreibung des Standortes stark eingebunden. Der Aufbau und die Pflege eines solchen Zentrums sind mit Herausforderungen verbunden. Es erfordert finanzielle Mittel, engagierte Mitarbeiter und viel Leidenschaft.

Doch die positiven Auswirkungen auf die Gemeinschaft sind enorm. Ein (selbstverwaltetes) Jugendzentrum kann zahlreiche Vorteile für die Jugendlichen und die Gemeinde bieten.

  1. Eigenverantwortung: Die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu übernehmen, indem sie Entscheidungen über die Nutzung und Aktivitäten im JUZ treffen.
  2. Mitgestaltung: Durch die aktive Teilnahme an der Planung und Organisation können die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen direkt berücksichtigt werden.
  3. Soziale Kompetenzen und Interaktion: Ein Ort, an dem junge Menschen zusammenkommen, fördert Freundschaften, soziale Kompetenzen und Bindungen, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt und somit weniger Konflikte hervorruft.
  4. Kreativität: Das Jugendzentrum kann Raum für kreative Projekte bieten, etwa in Form von Kunst, Musik oder anderen Bereichen, die den Interessen der Jugendlichen Rechnung tragen und so die persönliche Entfaltung in mehreren Bereichen unterstützen.
  5. Selbstbewusstsein: Durch die aktive Mitgestaltung und das Übernehmen von Aufgaben können die Jugendlichen Selbstvertrauen aufbauen und somit ihr Selbstbewusstsein stärken. Außerdem stärken und erweitern sie so ihre Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen.
  6. Reduzierung von Vandalismus: Ein positiver Treffpunkt trägt dazu bei, Vandalismus und andere negative Verhaltensweisen zu reduzieren oder sogar zu verhindern, indem Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung geboten wird.
  7. Vielfältige Aktivitäten: Das Jugendzentrum könnte ein abwechslungsreiches Programm anbieten, von Workshops bis hin zu Sport- und Freizeitangeboten, die auf die Interessen der Jugendlichen abgestimmt werden sollen.
  8. Entwicklung der Lebenskompetenzen: Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, Fähigkeiten in Teamarbeit, Projektmanagement und Organisation zu entwickeln, die ihnen in der Zukunft nützlich sein werden.
  9. Integration und Vielfalt: Ein selbstverwaltetes Jugendzentrum kann verschiedene kulturelle Hintergründe und Perspektiven zusammenbringen und somit Verständnis und Toleranz füreinander fördern.
  10. Langfristige Bindung: Ein solches Jugendzentrum könnte langfristig bestehen und somit einen stabilen Anlaufpunkt für Generationen von Jugendlichen bieten.

Insgesamt überwiegen die Vorteile.

Ein Jugendzentrum, das gemeinsam mit unseren Jugendlichen geplant und geführt wird, würde den Jugendlichen eine Stimme geben und die gesamte Ortsgemeinschaft bereichern. Den Jugendlichen würde Gelegenheit gegeben, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. Dies beginnt schon mit der Planung, die mit interessierten Jugendlichen erfolgen soll, um sicherzustellen, dass nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden wird und ihre Interessen aktiv berücksichtigt werden.

Es ist an der Zeit, in die Zukunft unserer Jugend zu investieren – mit finanziellen Mitteln, Zeit, Engagement, Interesse an ihren Belangen, Kreativität und, wo notwendig, Unterstützung. Münster braucht wieder ein starkes Zentrum für junge Menschen.